Das siebte Chakra: Sahasrara Chakra

Sahasrara Chakra

Kronen Chakra

Das siebte und höchste Chakra, auch bekannt als Sahasrara oder Kronen Chakra, wird als tausend-blättriger Lotus dargestellt, welcher in voller Blüte am Scheitelpunkt unseres Kopfes sitzt. Die Wurzeln dieser Lotusblume sind tief mit der Erde verbunden, und ihre Blütenblätter fließen als Strom göttlicher Weisheit und Bewusstseins von der Krone des Kopfes heraus und hinunter zu den unteren Chakren.

Das Öffnen des Kronen Chakras ist nicht nur eine Frage der Erhöhung der Energie nach oben, sondern auch nach unten, damit Manifestation stattfinden kann. Auf diese Weise kondensieren die Chakren die kosmische Energie des universellen Bewusstseins und verdichten sie in die sieben Ebenen der Manifestation: Gedanken, Licht, Klang, Luft, Feuer, Wasser und Erde.

Bei Sahasrara geht es darum, unsere wahre Natur zu verstehen und sie mit einer höheren Bewusstseinsebene zu verbinden. In diesem Chakra beginnen wir, unser Bewusstsein zu erweitern, aufmerksam zu sein, ohne Gedanken, Gefühle oder Erwartungen zuzuordnen, und finden in allen unseren Erfahrungen eine tiefere Bedeutung.

Menschen mit einem geöffneten Kronen Chakra leben im Einheitsbewusstsein und erfahren sich als grenzenlos, unbeschränkt und doch alles umfassend. Sie verstehen und begreifen die Welt jenseits ihres Verstandes. Sie fühlen sich soweit mit der geistigen Welt verbunden, dass ihnen Angst und Furcht im Innern fremd ist, sie haben einen tiefen, inneren Frieden gefunden, in der Verbundenheit mit der göttlichen Liebe.

 

Das Kronen Chakra auf einen Blick

 
Sahasrara Chakra.jpg

Sitz: Direkt am und über dem Scheitelpunkt des Kopfes
Chakra Farbe: Mehrfarbig bzw. Lila oder transparent
Tattwa (Element): Universum
Charaktereigenschaft: Empfangen der göttlichen Gnade, Verbindung des Menschlichen mit dem Göttlichen, Einheitsbewusstsein, Erleuchtung, göttliche Liebe, Selbstverwirklichung
Blockierende Ängste: Angst, Alleingelassen zu sein; Angst, das Universum sorge nicht für uns, Angst, die Identität und den freien Willen zu verlieren
Asana (Körperstellung): Sirsasana - Kopfstand, Ardha Matsyendrasana - halber Drehsitz, Tadasana - Gleichmäßiges Stehen

 
 

Eigenschaften und Funktionen

Sahasrara Chakra bedeutet auf Sanskrit “das Rad mit tausend Speichen”, Sahasra bedeutet Tausend, Ara Speichen. Es ist das oberste der sieben Haupt-Chakras. Es liegt am bzw. über dem Scheitelpunkt des Kopfes, weswegen es auch Scheitel- oder Kronen Chakra genannt wird.

Das Sahasrara Chakra ist jenseits von Form, Chakra-Tieren und Symbolen. Es ist auch jenseits aller Mantras, obgleich man jedes Mantra für eine Sahasrara Chakra Meditation nutzen kann (Beispiele sind Om, Soham - “Ich bin, wer ich bin” oder auch Om Namah Shivaya).

Dargestellt wird das Kronen Chakra als tausend-blättriger Lotus, auf dem die fünfzig Buchstaben des Sanskrit-Alphabets abgebildet sind. Tausend steht hier für unendlich oder für sehr viel, und mit dem Bild des Rades mit tausend Speichen vor Augen, kann man sich vorstellen vom Mittelpunkt über die Speichen nach außen, oder von außen über die Speichen zum Mittelpunkt zu gehen. Auf gleiche Weise führt uns Sahasrara Chakra aus der Einheit in die Vielheit hinein, und lässt uns zurückkehren zum Ursprung.

Die anderen Chakren sind eng mit Sahasrara verbunden. Hier endet Sushumna Nadi und verbindet sich mit dem Absoluten. Sahasrara ist der Höhepunkt des allmählichen Aufstiegs der Kundalini Shakti, welche in Muladhara Chakra - dem Wurzel Chakra schlummert und bei ihrer Erweckung beginnt sich durch die einzelnen Chakren hinauf zu schlängeln. Sahasrara Chakra gilt auch als Sitz von Shiva in seiner abstrakten Form, als reines Bewusstsein. Vereinen sich Shakti und Shiva, die Schöpferkraft und das reine Bewusstsein, so ist unser volles Potential an spiritueller Entwicklung und Selbstverwirklichung erreicht.

Körperlich gesehen nehmen die Zirbeldrüse (Epiphyse) und das Gehirn die Lebensenergie auf und leiten sie an das zentrale Nervensystem weiter. Das Kronen Chakra reguliert so den Hormonhaushalt und ist für das Gleichgewicht in unserem gesamten körperlichen System zuständig.

 

Erkennen eines Ungleichgewichts

Es gibt wenig Blockaden des Kronen Chakras, vielmehr ist ein unterentwickeltes Scheitel Chakra weit verbreitet. Wenn sich durch Schmerz und Enttäuschung Zorn und Groll aufgetürmt haben, die auf die diffuse Vorstellung eines Gottes oder einer höheren Kraft projiziert werden, kann dies dazu führen, dass sich die Betroffenen einer Verbindung zum Göttlichen komplett oder teilweise verweigern.

Durch das Abgeschnitten-Sein von den höheren Aspekten, setzt die zunehmende Orientierungslosigkeit, gepaart mit geistiger Leere einen schleichenden Prozess der Entwurzelung und inneren Isolation in Gang, der sich oft ab einem Alter von Mitte Vierzig als sogenannte „Midlifecrisis“ bemerkbar macht: Dem Gefühl, ein Leben völliger Bedeutungslosigkeit zu führen und nicht zu wissen, wer man ist.

Auf der körperlichen Ebene treten mit zunehmendem Alter Nervenleiden, Lähmungserscheinungen, Multiple Sklerose, Krebserkrankungen, Ein- und Durchschlafstörungen sowie eine generelle Immunschwäche auf – alles Anzeichen dessen, dass sich der Mensch seiner innewohnenden Schöpferkraft und seiner natürlichen Sehnsucht nach einen höheren Teil seines Selbst verschlossen hat.

 

Ausgleich – Aktivierung – Harmonisierung

Um das Kronen Chakra zu aktivieren und zu heilen, ist es unumgänglich, die eigene Spiritualität zu entdecken und anzuerkennen und das Wissen um eine größere Wirklichkeit und die Hingabe an den kosmischen Plan in den Alltag zu integrieren. Meditation, Gebet und die Ausrichtung auf das höchste Ziel im Leben sind dabei hilfreich. 

Aktivierung und Harmonisierung

  • Durch spezielle Meditationen, insbesondere die Konzentration auf das Licht oberhalb des Scheitels

  • Durch spezielle Affirmationen wie „Ich öffne mich für göttliche Gnade.“, „Ich bin offen für Licht und Positivität.“, „Ich bin verbunden mit meinem höheren Selbst“

  • Durch spezielle Pranayamas (Atemübungen) und Mudras (Gesten) wie Nabho Mudra das Zurückfalten der Zunge zum weichen Teil des Gaumens

  • Vedanta Mahavakyas (Affirmationen aus dem Vedanta) wie „Aham Brahmasmi” – „Ich bin Brahman”

  • Durch Asanas, insbesondere Sirsasana - der Kopfstand, Ardha Matsyendrasana - der Drehsitz, Tadasana - Gleichmäßiges Stehen

Unterstützung

  • durch Aromen: Weihrauch, Rosenholz, Neroli

  • durch Räucherstoffe: Myrrhe, Weihrauch, Sandelholz

  • durch Nahrung: Minimalistische Kost, die nicht belastet und Raum lässt für spirituelle Erfahrungen: Sehr leichte, rein pflanzliche bzw. vegane Kost, Obst, Blätter, Nüsse, reines Quellwasser, grüner Tee, Saft

  • durch die Suche nach großen offenen Räumen z.B. Spaziergänge in der Natur unter freiem, blauen Himmel

 

“Die Absolute Wahrheit von wer du bist, ist nicht,
ich bin dies oder ich bin das, sondern
ich bin.”

Eckhart Tolle

 

Quellenverweis:

„Asana Pranayama Mudra Bandha” von Swami Satyananda Saraswati, Yoga Publication Trust, Munger, Bihar, India
„Prana and Pranayama” von Swami Niranjanananda Saraswati, Yoga Publication Trust, Munger, Bihar, India
https://wiki.yoga-vidya.de
www.chakren.net