Das erste Chakra: Muladhara Chakra

Muladhara Chakra

Wurzel Chakra

Alle Chakren sind wichtig und miteinander verbunden, allerdings ist das Muladhara Chakra von besonderer Bedeutung, weil es die Basis des gesamten Chakrasystems bildet und den Ursprungsort der drei wichtigsten Nadis: Sushumna, Ida und Pingala darstellt. Es ist das instinktivste aller Chakren von hier aus wird der Reflex zu „Kampf oder Flucht“ gesteuert. Weiters schlummert hier die uns innewohnende Urenergie – Kundalini – und wartet darauf erweckt zu werden.

Die Grundprinzipien des Wurzel Chakras sind Sicherheit, Ur-Vertrauen und eine stabile Verbundenheit zur Erde. Ist das Wurzel Chakra im Gleichgewicht, finden wir Zufriedenheit, Gelassenheit und inneren Frieden, wir haben mehr Mitgefühl und Geduld mit uns selbst und unseren Mitmenschen. Ein ausgeglichenes Wurzel Chakra bringt emotionale Stabilität und das unglaubliche Gefühl mit allem umgehen zu können was das Universum in unseren Weg wirft. Die Sicherheit des Wurzel Chakras ist daher nicht „mir wird nichts passieren“ sondern „ich kann damit umgehen, egal was passiert“.

Das Wurzel Chakra wird mit Erdung, Vitalität und Stabilität assoziiert und es sind alle überlebenswichtigen Instinkte damit verbunden, unser Verlangen nach Sicherheit und Schutz, unsere Grundbedürfnisse, wie Nahrung und Unterkunft, sowie unsere emotionalen Bedürfnisse wie Geborgenheit und Treue, aber auch unser Glauben und unsere Werte.

 

Das Wurzel Chakra auf einen Blick

 
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Sitz: Unteres Ende der Wirbelsäule, Perineum und Beckenboden
Chakra Farbe: Gelb
Aura Farbe: Rot
Bija Mantra: Lam
Yantra (Symbol): Quadrat
Chakra Tier: Elefant
Tattwa (Element): Prithivi (Erde)
Sinneswahrnehmung: Geruch
Charaktereigenschaft: Sicherheit, Lebenskraft, Ur-Vertrauen, Ur-Instinkte, Stabilität, innere Stärke, Bodenhaftung, Beständigkeit, Ruhe, Ausdauer, Gleichgewicht, Realitätssinn
Blockierende Ängste: Überlebensangst, Angst vor Veränderungen, Angst durch mangelnde Zugehörigkeit, Angst davor im Körper zu sein
Asana (Körperstellung): Vajrasana - Fersensitz, Paschimotthanasana - Vorwärtsbeuge, Garbhasana - Stellung des Kindes, Virabhadrasana - Krieger, Vrikshasana - Baum, Ardha Matsyendrasana - Drehsitz

 
 

Eigenschaften und Funktionen

Das Wort Muladhara ist eine Kombination aus zwei Sanskrit Wörtern: „Mula“ heißt „Wurzel“ und „Adhara“ heißt „Stütze“ oder „Basis“. Um dein volles Potential ausschöpfen zu können brauchst du eine gute Basis. Das Muladhara Chakra wird dargestellt als viereckiges Mandala, das das Erdprinzip symbolisiert und von gelber Farbe ist. Das Bija Mantra (der Saatklang) ist "Lam".

Vom Erde-Chakra aus werden Geruchssinn, Ausscheidungsorgane und Genitalsystem gesteuert. Es ist verantwortlich für die endokrinen Funktionen von Hoden und Eierstöcken. Es steht außerdem in Beziehung mit dem Knochenaufbau sowie mit dem Immunsystem. Positive Eigenschaften des Muladhara Chakras sind Sicherheit, Vertrauen, innere Stärke, Beständigkeit, Ruhe, Ausdauer, Stabilität, Gleichgewicht, gesunder Menschenverstand, Realitätssinn, Sparsamkeit, Prinzipientreue. Motivationen, welche ihren Sitz im Muladhara Chakra haben, sind Essen, Trinken, Schlafen, also alles was mit Selbsterhaltung zu tun hat.

 

Erkennen eines Ungleichgewichts

Störungen des Wurzel Chakras entstehen häufig durch Schwierigkeiten und Belastungen, denen der junge Mensch in seinen ersten drei bis fünf Lebensjahren ausgesetzt ist, wenn er keine ausreichende Sicherheit und Geborgenheit erfährt. In späteren Jahren wird das Wurzelchakra hauptsächlich gestört durch Erfahrungen körperlicher Gewalt, Existenzängste, gesellschaftliche Ängste und eine fehlende höhere Berufung und Verbindung zur eigenen Seele.

 
 

Äußere Symptome eines Mangels im ersten Chakra:

  • Ein Gefühl von Lethargie und sich festgefahren zu fühlen

  • Unfähig zu Handeln und/oder Intention zu manifestieren

  • Depression oder Angstzustände

  • Gefühle von Unverbundenheit und Entfremdung von Mitmenschen

Äußere Symptome eines Überschusses im ersten Chakra:

  • Unruhe, Stress, Panikattacken, Albträume

  • Gesundheitliche Probleme des Dickdarms, der Blase oder im unteren Rücken

  • Finanzielle Probleme

  • Unerklärte Beschwerden und Schmerzen im Körper

 

Wenn die Energie im Wurzel Chakra blockiert ist, kann sich das in physischen Krankheiten wie Arthrose, Verstopfung, IBS (Reizdarm) oder Hämorrhoiden, Fettsucht und Gewichtsproblemen, Fuß-, Knie- und Beinproblemen, schlechtem Gleichgewicht, Schmerzen im unteren Rücken oder Ischias bemerkbar machen.

 

Ausgleich – Aktivierung – Harmonisierung

Die Arbeit mit der Energie des Muladhara Chakra kann dich dabei unterstützen, dich gesünder mit deinem Körper zu verbinden. Du kannst dadurch auch ein neues Verständnis der Beziehungen zu deiner Familie und Mitgliedern deiner Gemeinschaft bekommen. Die Harmonisierung von Muladhara fördert deine Bereitschaft, das loszulassen was dir in deinem Leben nicht länger gut tut, inklusive negativer Gedanken und Gefühle. Sie kann dir dabei helfen, dich selbst von Vorurteilen und Intoleranzen zu befreien, die du für viele Jahre in dir getragen haben magst.

Aktivierung und Harmonisierung

  • Durch spezielle Meditationen, insbesondere durch Visualisierung von Wurzeln, wie beispielsweise von einem Baum oder von dunkelrotem Licht das bei jedem Atemzug in dich einfließt und das Muladhara Chakra heller zum Leuchten bringt

  • Durch spezielle Affirmationen wie „Ich bin sicher“, „Ich bin gut verwurzelt“, „Ich bin zentriert“, „Ich bin geerdet“

  • Durch spezielle Pranayamas (Atemübungen) wie die tiefe Bauchatmung mit Aktivierung des Beckenbodens

  • Durch Mantras, z.B das Bija Mantra Lam

  • Durch Asanas, insbesondere Vajrasana - Fersensitz, Paschimotthanasana - Vorwärtsbeuge, Balasana - Stellung des Kindes, Virabhadrasana - Krieger, Vrikshasana - Baum, Ardha Matsyendrasana - Drehsitz, Trikonasana - Dreieck, Adho Mukha Svanasana - herabschauender Hund

Unterstützung

  • durch Aromen: Nelke, Rosmarin, Ingwer,x Zypresse, Zeder

  • durch Räucherstoffe: Moschus, Sandelholz, Vetiver, Patchouli, Nelke

  • durch Nahrung:
    Erdende Wurzelgemüse: Karotten, Rote Beete, Kartoffeln, Pastinaken, Rettich, Radieschen, Klettenwurzel, Rüben, Kohlrabi.
    Festigkeit vermittelnde Proteine: Hülsenfrüchte, Nüsse, Milch, Milchprodukte, Tofu und Sojaprodukte.
    Stärkende Saaten: Kürbiskerne, Pinienkerne, Sesam, Sonnenblumensamen, Öle aus vorhin genannten Saaten.

  • Interaktion mit der Natur z.B. durch Gartenarbeit, Spaziergänge im Wald oder in der Sonne, insbesondere der Abendsonne und der rot untergehenden Sonne

Das Wurzel Chakra zu öffnen bedeutet, eine eigene innere Sicherheit zu entwickeln, die unabhängig ist von äußeren Umständen und Erfahrungen. Die sicherste Art, dem Leben und der Welt zu begegnen ist, im physischen Körper fest verwurzelt zu sein. Es gilt bei der Öffnung des Wurzel Chakras also vor allem, das Gefühl absolute, geborgene verkörperte Sicherheit wieder zu erlangen.

 

Wenn die Energie des Wurzel Chakras fließen kann fühlst du dich geerdet
und gleichzeitig frei wie ein Vogel.

 

Quellenverweis:

„Asana Pranayama Mudra Bandha” von Swami Satyananda Saraswati, Yoga Publication Trust, Munger, Bihar, India
https://wiki.yoga-vidya.de
www.chakren.net